::: Anwendungsbereiche :::

Die Osteopathie bietet bei vielen Krankheiten und Beschwerden wirksame Hilfe:

  • Rückenschmerzen | Gelenkbeschwerden
  • Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) | Störungen des Kiefergelenks
  • Kopfschmerzen | Migräne | chronische Schmerzen
  • chronische Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) | Tinnitus
  • Verdauungsstörungen

 

::: Behandlung :::

Die Osteopathie ist eine rein manuelle Medizin. Ausschließlich mit Hilfe der Hände werden Fehlspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder Blockierungen im Körper aufgespürt und beseitigt.

Eine osteopathische Behandlung wird im Allgemeinen als sehr angenehm und wohltuend empfunden. Der Therapeut tritt mittels seiner Hände in einen Dialog mit den verschiedenen Körpergeweben. Er spürt Fehlspannungen, Verhärtungen aber auch die Gesundung und Regeneration des Gewebes.
 
Die Osteopathie bietet dem Therapeuten einen Schatz von Techniken. Dies können sanfte Druck- oder Zugtechniken, Mobilisationen oder der Massage ähnliche Griffe sein, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

 

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild des Patienten. Im allgemeinen sind fünf bis zehn einstündige Behandlungen notwendig.

Eine osteopathische Behandlung fördert tiefgreifende Veränderungen im Körper. Deshalb kommt es manchmal zu einer sogenannten Erstverschlechterung. Diese gehört zum Heilungsprozess und verschwindet nach ein paar Tagen wieder von selbst.

 

::: Die 4 Prinzipien der Osteopathie :::

  1. Der Körper ist eine Einheit. Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist.
     
  2. Der Körper ist imstande, sich selbst zu regulieren, zu heilen und gesund zu erhalten.
     
  3. Struktur und Funktion beeinflussen einander wechselseitig.
     
    Dies bedeutet, dass eine gestörte Struktur (Gelenk) die Funktion (Beweglichkeit) einschränkt. Gleichzeitig beeinflusst eine verminderte Funktion (Beweglichkeit) die Struktur im Sinne einer Strukturveränderung – das Gelenk wird durch die relative Immobilität nicht mehr ausreichend ernährt und degeneriert.
     
  4. Eine osteopathische Behandlung folgt den ersten drei Prinzipien.

 

Die Osteopathie ist zugleich eine Philosophie, eine Wissenschaft und eine Kunst:

Ihre Philosophie beinhaltet das Konzept der Einheit von Struktur und Funktion des Organismus im gesunden wie im kranken Zustand.  

Als Wissenschaft umfasst sie Biologie, Chemie und Physik im Dienst der Gesundheit sowie der Prävention, der Heilung und der Linderung von Krankheiten.  

Ihre Kunst besteht in der Anwendung dieser Philosophie und Wissenschaft in der Praxis der osteopathischen Medizin.

Diese noch heute gültige Definition wurde 1976 von dem amerikanischen Osteopathen H.M. Wright verfasst.

 

::: Geschichte der Osteopathie :::

Die Osteopathie, deren Name sich von den griechischen Wörtern osteo (= Knochen) und pathos (Leiden, Krankheit) ableitet, wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet und entwickelt.

Andrew Taylor Still (1828-1917)

Still erkannte die wichtige Bedeutung des Knochengerüsts, der Gelenke und der Muskeln für die Gesundheit des Menschen. Seine Erkenntnis war, dass Veränderungen an diesen Strukturen zu Krankheit führen, wenn dadurch Blutgefäße oder Nerven abgedrückt werden. So können z.B. Verspannungen und Blockierungen im Bereich der Halswirbelsäule zu starken Kopfschmerzen und Sehstörungen führen.
 
Die Osteopathie wurde seit Andrew Taylor Still ständig weiterentwickelt. Einer seiner Schüler, William Garner Sutherland (1873-1954), übertrug die Prinzipien der klassischen Osteopathie auf den Schädel, das Kreuzbein sowie die Gehirn- und Rückenmarkshäute als jeweils eigenständige Systeme. Sutherland entdeckte, dass sich der Liquor (Gehirn und Rückenmark umgebende Flüssigkeit) in einer gezeitenartigen Welle bewegt. Dieses System kann durch Stürze oder andere Traumata beeinflusst werden. Störungen in diesem System können zu Beschwerden wie z.B. Nervenentzündungen im Bereich des Gesichts und vielen anderen gesundheitlichen Problemen führen.

William Garner Sutherland (1873-1954)

Schließlich kam in den sechziger Jahren noch der viszerale Bereich dazu. Die viszerale Osteopathie, an deren Entwicklung der französische Osteopath Jean Pierre Barral maßgeblich beteiligt war, behandelt die inneren Organe, deren Bindegewebe und Nervenbahnen. Damit ein Organ optimal funktionieren kann, muss es an seinen benachbarten Strukturen entlanggleiten können. Ein Beispiel hierfür ist die Leber, die sich bei jedem Atemzug um mehrere Achsen bewegt und am Zwerchfell entlanggleitet. Dieses System kann durch Operationen, frühere Krankheiten oder falsche Lebensgewohnheiten gestört sein.
 
Die Osteopathie wird in Deutschland seit Anfang der neunziger Jahre praktiziert. In Ländern wie Großbritannien, Belgien und Frankreich ist sie schon länger eingeführt und anerkannt.

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